Europäischer Immunologie Kongress – Teil 1

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Morgen ist es soweit – wir fahren nach Wien zum Europäischen Immunologie Kongress. Klingt nach Spaß oder? Ein bezahlter Urlaub? Nicht ganz. Aber was machen Wissenschaftler eigentlich auf Konferenzen?

  1. Sie informieren sich über die neusten Entwicklungen in der Forschung. Ja, das kontinuierliche Lesen wissenschaftlicher Publikation gehört zu unserem Job, aber seien wir mal ehrlich – während der stressigen Tage im Labor haben die meisten Wissenschaftler nur Zeit, um die wichtigsten Publikationen in ihrem Themengebiet zu lesen. Daher ist eine breit gefächerte Konferenz wie der Europäische Immunologie Kongress, eine tolle Gelegenheit sich, in nur wenigen Tagen, viel Wissen in den verschiedensten Fachgebieten anzueignen.
  2. Sie sprechen über ihre Wissenschaft. Forscher werden immer versuchen, ihre Ergebnisse auf Konferenzen zu präsentieren. Nicht nur um zu zeigen was für tolle Dinge sie tun, sondern auch um Anregungen für ihre Arbeit zu bekommen. Manchmal macht gerade der Blick eines Außenstehenden den entscheidenden Unterschied. Etablierte Forscher (Laborleiter) werden von den Organisatoren eingeladen und darum gebeten ihre Arbeit zu präsentieren. Nachwuchswissenschaftler (Doktoranden und Postdoktoranden) hingegen müssen sich mit einer kurze Zusammenfassung ihrer Arbeit bewerben. Die Organisatoren entscheiden dann, welche Zusammenfassungen am interessantesten sind und als Vortrag oder Poster präsentiert werden sollen. Diese ausgewählten Vorträge sind in der Regel sehr kurz – für Wien sind sie 12 Minuten lang, inklusive der Zeit für Fragen. Gerade genug, um die wichtigsten Ergebnisse zu zeigen. Gleichzeitig erlaubt diese Kürze es aber auch, dass eine große Menge Daten von vielen Laboren vorgestellt werden kann. Wenn man für ein Poster ausgewählt wird, bekommt man zwar kein Mikrofon, steht aber neben einem A1 Ausdruck seiner Arbeit, und diskutiert diesen mit anderen interessierten Wissenschaftlern. Ich persönlich habe in Posterpräsentationen bisher meist die besseren Tipps und Fragen bekommen.
  3. Sie „networken“. Ja auch Wissenschaftler können sich unterhalten, mit einem Bier in der Hand auch mal über andere Sachen als Forschung (die meisten von uns jedenfalls). So treffen wir alte Bekannte und ehemalige Kollegen, die jetzt auf der anderen Seite der Welt arbeiten oder lernen neue Leute kennen.
  4. Sie suchen nach neuen Arbeitsplätzen. Vor allem Doktoranden verwenden Konferenzen um sich nach neuen Laboren umzusehen. Es ist die ideale Umgebung, um Labore, die spannende Forschung betreiben zu entdecken und gleich mit Labormitglieder oder dem Laborleiter zu sprechen.
  5. Sie sind Touristen. Nicht wenige der Wissenschaftler verlängern ihren Aufenthalt rund um die Konferenz. Wir fahren ja auch schon Freitag und die Konferenz fängt erst Sonntag an.
  6. Sie schreiben darüber. Nicht alle von ihnen, aber wir werden es tun- also aufgepasst….
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