Die Windungen einer Karriere – am Beispiel von Ripley Ballon

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Im Laufe der NatureJobs Karriere-Expo in Boston, wurde mir eins immer klarer:  Karriereziele sind dynamisch. Sie können sich im Laufe der Zeit verändern, wie viele der Vortragenden aus eigener Erfahrung berichteten. Karrierewege sind keine gerade Linien. Sie sind auch nicht in Stein gemeißelt. Die Meisten von uns haben eine gewisse Vorstellung von dem, was sie machen wollen “wenn sie mal gross sind”. Sei  es ein Job als Professor in der Wissenschaft oder ein Job in der Industrie. Es passiert aber immer häufiger dass man auf dem Weg zum Ziel erkennt, dass mann eigentlich lieber etwas anderes will. Ein gutes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, seiner Leidenschaft zu folgen statt sich an den einst selbst-festgelegten Karriereweg zu halten, ist Ripley Ballou, den NatureJobs-Redakteur Jack Leeming auf der Expo interviewte.

Ripley Ballou verbrachte die letzten 30 Jahre seiner Karriere mit der Entwicklung von Impfstoffen. Momentan ist er der Vizepräsident und Leiter des US-Forschungs- und Entwicklungszentrums für GSK-Impfstoffe in Rockville, Maryland. Aber Ballou wollte  nicht immer forschen. In seiner Kindheit wollte er Arzt werden. Er studierte also Medizin und arbeitete auf der Walter Reed Army Basis, wo er mit verschiedenen Infektionskrankheiten konfrontiert wurde. Sehr bald wollte Ballou mehr als diese schrecklichen Krankheiten “nur” behandeln. Er wollte sie erforschen und Wege finden um sie zu verhindern. Um dies zu ermöglichen lies Ballou sich im Labor ausbilden. Er begann mit klinischer Forschung, speziell mit der Entwicklung von Impfstoffen – zuerst bei MedImmune und jetzt bei GSK.

Zusätzlich zum Aufbau eines neuen  Forschungszentrums für Impfstoffe ist Ballou der Leiter der Ebola Forschung bei GSK. Während die normale Impfstoffentwicklung zehn bis fünfzehn Jahre dauert, hat GSK im Falle von Ebola diesen Zeitrahmen radikal auf ein Jahr verkürzt. Ein immenser Verdienst.

Sein Lebenslauf allein ist beeindruckend, aber was einem an Ballou am meisten auffällt ist die Leidenschaft für das, was er tut. Zum Beispiel, erzählte er eine Geschichte aus der Zeit, in der man noch beides sein konnte – Forscher und Testperson. Er und seine Kollegen testeten einen möglichen Malariaimpfstoff. An sich selbst. Der Impfstoff war allerdings nicht voll funktionsfähig und schützte nur eine der beteiligten Personen. Ballou bekam Malaria und war so krank wie nie zuvor in seinem Leben. Aber anstatt sich davon bremsen zu lassen, dachte er: “Wir müssen das Ding schlagen”, und dass sie auf dem richtigen Weg sein müssen, da der Impfstoff, ja immerhin eine Person geschützt hatte. Es hat weitere 20 Jahre gedauerte, aber GSK hat jetzt einen Malaria-Impfstoff (Mosquirix ™ (RTS, S)) in einer klinischen Studie – in Phase 3! Definitiv eine Erfolgsgeschichte und es ist klar, dass seine Entscheidung, die Medizin zu verlassen, um Forscher zu werden, die Richtige war.

Welche Tipps hatte Ripley Ballou für das Publikum?

Ballon forderte die jungen Forscher im Publikum dazu auf, positiv in ihre Zukunft zu blicken! Die Menge an Forschungsgeldern im akademischen Sektor ist zwar spärlich, die Gelder in der Industrie steigen jedoch stetig an. Es gibt daher gute Chancen für hochqualifizierte Doktoranden und PostDocs!

Desweiteren, auch inspiriert von seinem eigenen Karriereweg, forderte Ballou: Habt einen offenen Geist! Man kann nie wissen, wie sich eine Karriere entwickelt und das ist ok. Ein wissenschaftlicher Hintergrund hat junge Forscher gut auf eine Reihe von verschiedenen Jobs vorbereitet. Man sollte einfach versuchen herauszufinden, was einen glücklich macht und keine Angst haben, vom angedachten Pfad abzuwandeln. Entdeckt die Abzweigungen. Interessen können sich im Laufe der Jahre ändern und so auch der Karriereweg.

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